Definition
Der Rückschaufehler, auch 'Ich-wusste-es-doch-Effekt' genannt, ist eine kognitive Verzerrung, bei der Menschen überschätzen, wie vorhersehbar ein Ereignis war. Beim Investieren führt dies zu falschen Lehren aus der Vergangenheit und überhöhtem Vertrauen in die eigene Prognosefähigkeit. Anleger 'erinnern' sich selektiv an korrekte Vorhersagen und vergessen falsche. Dies behindert objektive Performanceanalyse und Strategieverbesserung. Gegen Rückschaufehler helfen Investmenttagebücher, die Entscheidungen und Begründungen vor dem Ergebnis dokumentieren.
Beispiel
Nach dem Finanzcrash 2008 behaupteten viele Anleger, sie hätten die Immobilienblase 'kommen sehen' und die Zeichen seien 'offensichtlich' gewesen. Depotauszüge zeigten jedoch, dass dieselben Anleger 2007 voll investiert waren. Die Rückschau verzerrt die Erinnerung und lässt vergangene Unsicherheit verschwinden.
FAQ
Was ist Rückschaufehler?
Die Tendenz zu glauben, dass vergangene Ereignisse nach Kenntnis des Ergebnisses vorhersehbar waren.
Warum ist Rückschaufehler wichtig?
Rückschaufehler hilft Anlegern, behavioral finance zu bewerten und fundiertere Entscheidungen zu treffen.